Linsenimplantate können entweder zusätzlich in das Auge eingesetzt werden oder nach Entfernen der eigenen Linse diese ersetzen.
Zusätzliche Optiken im Auge- PIOL(Phake Intraokularlinse)
Vorderkammerlinse
Die gewünschte Refraktionsänderung kann auch eine Linse bewirken, die zwischen Hornhaut und Iris in die Vorderkammer implantiert wird. Sie kann dabei an der Iris befestigt werden oder sich im Kammerwinkel federnd abstützen. Mit einer bifokalen Optik kann auch die Alterssichtigkeit korrigiert werden.
Bei Lockerung der Linse und Kontakt mit der Hornhaut kann es zu Trübungen der Hornhaut kommen.
Intraoculare Contactlinse (ICL)
Die ICL wird in das Auge implantiert und verbleibt dort dauerhaft, um die Brechkraft des Auges zu verändern. Die Linse besteht aus gut verträglichen Materialien, so dass praktisch keine Abstoßungsreaktionen auftreten.Die ICL wird durch einen 2,5 mm kleinen Schnitt implantiert und hinter der Iris und vor der Augenlinse platziert. Die Operation wird ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert ca. 20 Minuten. Die Implantation einer ICL ist eine reversible Methode, d. h. die Kontaktlinse kann jederzeit wieder entfernt werden.
Mögliche Komplikationen:
Durch den Kontakt der ICL mit der körpereigenen Linse kann es zu Trübungen der natürlichen Linse kommen.
CLE- Clear Lens Extraction
Austausch der natürlichen Linse gegen eine neue, künstliche mit Korrektion der Fehlsichtigkeit
Die klare körpereigene Linse wird ähnlich wie bei der Operation des Grauen Stars (Katarakt) entfernt und durch eine künstliche ersetzt. Die vorher berechnete Linse soll die Fehlsichtigkeit ausgleichen.
Faltlinsen
Durch Falten der flexiblen Linsen aus Silikon oder Acryl können bei der Implantation die Schnitte deutlich verkleinert werden. Dies reduziert den postoperativen Astigmatismus.Die bei uns als Standartlise verwendete IOL (Intraokularlinse) ist das Ergebnis aus Entwicklungsprojekten unserer Klinik mit mehreren Linsenherstellern.
LAL (Light Adjustable Lens)
Seit Juni 2008 implantieren wir eine Neuerung auf dem Weltmarkt:
die L.A.L. (Light Adjustable Lens), die erste „personalisierte Einstärken-IOL“
Warum?
Das Ziel der OP ist in der Regel ein Sehen ohne Brille nach der OP, also die Erreichung eines Restbrillenwertes unter +/- 0,5 Dioptrien. Dies wird laut großen Statistiken mit Standard-IOL nur in etwa 30% der operierten Fälle erreicht. Ursachen sind trotz aufwendiger präoperativer Diagnostik, verbesserten OP-Techniken sowie Präzision in der IOL-Herstellung vor allem in der postoperativen Vorderkammertiefe, dem Abstand der eingesetzten neuen Linse von der Hornhaut zu sehen. Dieser ist trotz tausendfacher Beobachtungen im Einzelfall nicht sicher vorherzusagen.
Eine revolutionäre Weiterentwicklung löst nunmehr dieses Problem: Die Calhoun Light Adjustable Lens (durch Licht anpassbare Linse) kann durch genau dosierte UV-Bestrahlung noch nach der Implantation „feinjustiert“ werden. Dieses Prinzip der postoperativen Korrektur einer Intraokularlinse wurde von Prof. Robert Grubbs entwickelt, einem der Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2005!
Wir sind übrigens stolz in das Entwicklungsteam integriert worden zu sein.
Torische Linsen
Diese kommen bei höherem Hornhautastigmatismus zum Einsatz. Hierdurch reduziert sich der Gesamtastigmatismus des Auges und damit das (meist angeborene) Verzerrtsehen. Ein von uns mit der Fa. Morcher entwickelter Kapselspannring reduziert ein eventuell späteres Drehen der Kunstlinsen. Ein mit der Firma Oculentis entwickeltes neues Konzept ist eine individuell für den Patienten gefertigte IOL zur Korrektion von Astigmatismus und individuellen Aberrationen. Die ersten Implantationen dieser weltweit ersten individuell hergestellten torischen IOL haben wir im August 2005 bei uns vorgenommen.
Multifokal-Linsen
Diese ermöglichen ein Sehen in Nähe und Ferne. Die Linse bleibt dabei im Auge an einer Stelle im Gegensatz zu den sog. akkomodationsfähigen Linsen. Selbstverständlich sind auch diese Linsen Faltlinsen. Weltweit vielfach implantiert kommt allerdings nicht jeder Patient mit der besonderen Seh-Situation zurecht.Wir beraten Sie auch hierzu gern.
Linsen mit Filtern
Praktisch alle heute auf dem Markt befindlichen Linsen haben einen UV-Filter. Zusätzlich werden Filterwirkungen angeboten mit sogenannten Blaufilterm, die die Netzhaut schonen sollen. Die IOL sind gelb bis orange gefärbt.
Kapselspannringe
spannen den Kapselsack der Linse aus. Dies hilft bei lockeren Linsen, die IOL zu zentrieren. Kapselfibrosen Können reduziert werden. Drehungen torischer Linsen werden verhindert. Angesetzte Blenden verdecken Irisdefekte.




